1000-Punkte-Regelung

Die 1000-Punkte-Regelung (auch Freistellungsregelung nach 1.1.3.6 ADR) legt fest, dass bestimmte Gefahrguttransporte unter vereinfachten Bedingungen durchgeführt werden dürfen, solange die berechnete Gesamtpunktezahl der geladenen gefährlichen Güter 1000 Punkte nicht überschreitet.

Diese Regelung dient dazu, Unternehmen und Fahrern beim Transport kleiner Gefahrgutmengen zu entlasten – ohne die Sicherheit zu vernachlässigen.

Wie funktioniert die Berechnung der 1000 Punkte?

Jeder Gefahrstoff ist im ADR einer sogenannten Transportkategorie (0–4) zugeordnet.
Jede Kategorie hat einen Multiplikationsfaktor, der für die Punkteberechnung entscheidend ist:

Transportkategorie

Multiplikationsfaktor

Beispiele

1

50

Hochgefährliche Stoffe, giftige Gase

2

3

Entzündbare Flüssigkeiten, einige giftige Stoffe

3

1

Weniger gefährliche Stoffe

0

Unbegrenzt / keine Freistellung möglich

Explosive Stoffe bestimmter Klassen, hochradioaktive Stoffe

Berechnungsschema:
Menge (in kg oder Liter) × Faktor = Punkte

Die Summe aller Punkte aller geladenen gefährlichen Güter darf max. 1000 ergeben.

Beispiel für die 1000-Punkte-Berechnung

  1. 50 Liter eines Gefahrstoffes der Transportkategorie 2
    50 × 3 = 150 Punkte
  2. 200 Liter eines Gefahrstoffes der Transportkategorie 3
    200 × 1 = 200 Punkte

Gesamt: 350 Punkte → Der Transport fällt unter die 1000-Punkte-Regelung und ist freigestellt.

Liegen die Punkte über 1000, gelten alle ADR-Pflichten ohne Erleichterungen.

Welche Erleichterungen gelten bei der 1000-Punkte-Regelung?

Überschreitet der Transport nicht die 1000-Punkte-Grenze, gelten reduzierte Anforderungen:

Bedeutung für den Fahrzeugführer:

        • Kein ADR-Schein (keine ADR-Schulungsbescheinigung) erforderlich
        • Keine schriftlichen Weisungen erforderlich
        • Reduzierte Sicherheitsausrüstung (z. B. nur ein kleiner Feuerlöscher statt der großen ADR-Ausrüstung)

Fahrzeugaustattung:

        • Keine orangefarbenen Warntafeln notwendig
        • Keine ADR-Konformität des Fahrzeugs (z. B. keine Tankzulassung)

Für Dokumente:

        • Beförderungspapier muss zwar Angaben zu Gefahrgütern enthalten, aber mit weniger strengen Formvorgaben

Was bleibt trotz 1000-Punkte-Regelung verpflichtend?

Auch bei Freistellungen müssen bestimmte Vorgaben eingehalten werden:

          • Gefahrgut muss korrekt verpackt und gekennzeichnet sein
          • Gefahrzettel auf den Packstücken sind weiterhin Pflicht
          • Ladungssicherung nach Vorschriften der VDI 2700
          • Fahrer muss über die Risiken und das Verhalten bei Unfällen informiert sein
          • Mengen müssen korrekt berechnet werden – fehlerhafte Berechnungen führen zu Bußgeldern

Warum ist die 1000-Punkte-Regelung wichtig?

Für viele Unternehmen – etwa im Handel, Handwerk oder in der Instandhaltung – erlaubt die Regelung, Gefahrstoffe wirtschaftlich und rechtskonform in kleinen Mengen zu transportieren, ohne den vollen Aufwand eines ADR-Transports betreiben zu müssen.

Für Speditionen ist die Regel besonders relevant bei:

        • Sammelguttransporten
        • Mischladungen
        • regionalen Lieferverkehren
        • Servicefahrten mit Gefahrstoffen

Praxisbezug: Wie Speditionen mit der 1000-Punkte-Regel arbeiten

Professionelle Speditionen nutzen die Regelung, um:

        • Gefahrgut effizient zu bündeln
        • Kosten für Kunden zu reduzieren
        • Transporte flexibler zu gestalten

Auch wenn Transporte unter 1000 Punkten laufen, übernehmen qualifizierte Speditionen wie Spedition Albrecht weiterhin:

        • korrekte Klassifizierung
        • Dokumentation
        • Berechnung der ADR-Punkte
        • Schulung des Personals

Dadurch wird das Risiko von Fehlern minimiert.

Jetzt unverbindlich beraten lassen!

Haben Sie Fragen oder wünschen Sie ein individuelles Angebot?

Kontaktieren Sie uns gerne: 

Vertrauen Sie auf die Erfahrung und Expertise der Falk Albrecht GmbH bei Transporten nach Spanien, Frankreich und Portugal!